Saisonales

Kulinarisches vom Götterstrauch – Holundersirup

Holunderblüten

Lange habe ich gewartet, aber jetzt ist er da- der Holunder, der Lieblingsbaum der germanischen Göttin Holla! Er duftet himmlisch und ist mit seiner weißer Blütenpracht eine echte Augenweide. Schon als Kind fand ich den Blütenduft herrlich und habe sehnsüchtig auf die erste Flasche selbstgemachten Holunderblütensirup meiner Oma gewartet. Früher glaubten die Menschen, dass in jedem Holunderbaum die Göttin Holla lebt, die Pflanzen und Menschen beschützte. Ich kannte sie bislang nur als Frau Holle aus dem Märchenbuch. So sieht der Holunderbaum übrigens aus – er ist schwer zu verwechseln, einfach immer der Nase nach!

Die Blüten sind ein sehr dankbares Naturprodukt und lassen sich vielfältig verwenden. Bitte sammelt die Blüten und Beeren nur an wenig befahrenen Plätzen oder am Waldrand. Der Dauerbrenner ist natürlich Sirup und Holunderblütengelee, aber auch ausgebackene Blüten schmecken sehr fein. Sie welken allerdings wahnsinnig schnell und sollten daher rasch verarbeitet werden. Sammeln soll man möglichst früh am Tag, die Blüten nicht waschen, sonst ist das Blütenaroma dahin. Um Schmutz und kleine Käfer loszuwerden reicht es, wenn man die Holunderdolden vorsichtig ausschüttet.

HOLUNDERBLÜTENSIRUP (für 2 Liter)

  • 30-40 Holunderblüten (je mehr Blüten, desto aromatischer wird der Sirup, allerdings sollten alle Blüten immer gut mir Wasser bedeckt sein)
  • 2 Liter Wasser
  • 2 Zitronen
  • 50g Zitronensäure (Pck.)
  • 2 kg Zucker

Im Kochtopf 2 Liter Wasser zum Kochen bringen und auskühlen lassen. Die Blüten vorsichtig ausschütten, Zitronen in Scheiben schneiden. Blüten, Zitronen und die Zitronensäure in das ausgekühlte Wasser geben. Abdecken und an einem kühlen Ort 24 Stunden ziehen lassen. Großes Sieb mit Mull- oder Geschirrtuch auslegen und das Ganze abseihen. Ich mache zwei Abseihgänge, bis die Flüssigkeit ganz klar ist. Nun mit 2kg Zucker im Topf einmal aufkochen lassen und in saubere Flaschen abfüllen.

HOLUNDERBLÜTENGELEE (ca. 4 kleine Gläser)

  • 15-20 Holunderblüten
  • 1 Liter Wasser
  • Zitronensaft von 1 Zitrone
  • 500g 2:1 Gelierzucker
  • 1 Vanilleschote
  • Prise Zimt

Im Kochtopf 1 Liter Wasser zum Kochen bringen und auskühlen lassen. Die Blüten vorsichtig ausschütten und in das ausgekühlte Wasser geben. Abdecken und an einem kühlen Ort 24 Stunden ziehen lassen. Großes Sieb mit Mull- oder Geschirrtuch auslegen und das Ganze abseihen. Ich mache zwei Abseihgänge, bis die die Flüßigkeit ganz klar ist. 800ml Flüßigkeit abmessen ( bitte auf das Verhälniss beim eigenen Gerlierzucker achten!) mit Zitronensaft, Vanillemark und Zimt mischen und aufkochen lassen. Bei mir hat es ungefähr 10 min gedauert- nicht vergessen Gelierprobe zu machen.

HOLLERKÜCHLE

Es gibt verschiedene Varianten, wie man Hollerküchle zubereiten kann. Als Kind mochte ich sie immer sehr gerne in der süßen Variante mit Zimt und Zucker. Die herzhafte Variante in Bierteig mit Gurkensalat ist aber auch nicht zu verachten.

  • 12 Holunderblütendolden
  • 2 Eier
  • 200g Mehl
  • 1 EL Zucker oder Honig
  • 250ml Wein oder Milch (für die herzhafte Variante nimmt man 250ml Bier ohne Zucker!)
  • 1 Prise Salz
  • Deko: Zimt+Zucker, Obst der Saison oder kleiner Gurkensalat

Alle Zutaten zu einem glatten Teig rühren. Reichlich Öl oder Butterschmalz in einem Topf erhitzen. Holunderblüten am Stiel anfassen und in den Teig tauchen. Sofort mit dem Stiel nach oben ins heiße Fett legen und nur ganz kurz  schwimmend ausbacken. Herausnehmen, auf Küchenkrepp abtropfen lassen und sofort heiß servieren.


Dieser Artikel zum Thema HOLUNDER enstand in Kooperation mit dem Gartenmagazin grünzeug.

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